Aufgrund unserer Erfahrungen aus den Betriebsprüfungen bei gemeinnützigen Vereinen sehen wir erhebliche Problembereiche bei dem Umgang von Personen im Verein, die aufgrund ihrer Tätigkeit einen Anspruch auf eine Vergütung haben.

Brennpunkte der Vereinsbesteuerung

Aufgrund unserer Erfahrungen aus den Betriebsprüfungen bei gemeinnützigen Vereinen sehen wir erhebliche Problembereiche bei dem Umgang von Personen im Verein, die aufgrund ihrer Tätigkeit einen Anspruch auf eine Vergütung haben.

Folgendes gilt es zu beachten:

1. Anstellung im Verein
Wenn ein Verein jemanden beschäftigt, so kann dies
-    auf Lohnsteuerkarte
-    als geringfügige Beschäftigung (bis maximal 450 Euro/Monat)
-    als Übungsleiter (Freibetrag 2.400 Euro)
-    über das Ehrenamt (Ehrenamtspauschale 720 Euro)
erfolgen.
In jedem Fall ist dazu ein Anstellungsvertrag zu erstellen. In diesem sind der zeitliche Umfang (Anzahl zu leistender Stunden), und der Stundensatz mit Lohnhöhe zu vereinbaren.
Der Angestellte hat bei Anstellung als geringfügig Beschäftigter, Übungsleiter und in Rahmen eines Ehrenamts Aufzeichnungen zu den geleisteten Stunden zu führen (= Lohnkonto). Bei der Anstellung als geringfügig Beschäftigter ist der Mindestlohn mit Euro 8,50/Stunde einzuhalten.
Auch wenn beabsichtigt ist, das verdiente Geld dem Verein zu spenden (Rückspende), empfehlen wir eine Auszahlung des Lohns auf das Konto des Empfängers. Diese hat, wie jede andere Entlohnung auch,  monatlich zu erfolgen.

2. Rückspende
Wenn der Lohn ausbezahlt wird und dieser vom Empfänger an den Verein zurücküberwiesen wird, dann erhält der Spender eine Spendenquittung. Im Anstellungsvertrag darf nicht vereinbart werden, dass zwingend eine Rückspende zu erfolgen hat.

Verrechnung statt Auszahlung
Die Verrechnung (vor der wir ausdrücklich abraten) ist grundsätzlich möglich. Voraussetzung ist, dass der Verein genügend Mittel hat um theoretisch alle fälligen Löhne auszubezahlen.
Die Verrechnung kann frühestens erfolgen, nachdem die Leistung erbracht und die Lohnzahlung fällig ist, dann sollte dies aber auch zeitnah erfolgen. Der Angestellte hat wöchentlich Aufzeichnung zu den geleisteten Stunden (immer mit Beginn und Ende der Arbeitszeit am jeweiligen Tag) zu erstellen. Wir empfehlen, dass der Angestellte am Ende der Aufzeicnung seinen Verzicht erklärt und unterschreibt. Der Vorstand zeichnet gegen.
Der Vorstand des gemeinnützigen Vereins kann eine Spendenquittung erstellen. Dabei hat er immer darauf zu achten, dass die Spendenquittung alle Angaben des amtlichen Spendenmusters enthält. Das jeweils aktuelle Muster finden Sie im Internet auf der Seite des Finanzamts.

3. Aufwandsspende (z.B. Fahrten für den Verein)
Häufig werden auch Spendenquittungen für Aufwandsersatz ausgestellt. Hier ist folgendes zu beachten: Zuerst muss der Anspruch wirksam entstehen. Es muss in Satzung, Vorstandsbeschluss oder in einer individuellen Vereinbarung festgelegt werden, unter welchen Voraussetzungen jemand gegenüber dem Verein Anspruch auf Ersatz der Aufwendungen hat.
Dieser Anspruch muss dann nachgewiesen werden, also aus einer Aufstellung muss genau ersichtlich werden, wann der Aufwand entstanden ist und in welchem Umfang und aus welchem Grund jemand Anspruch auf Ersatz der entstandenen Aufwendungen durch den Verein hat. Diese Aufstellung hat er mit Datum zu unterschreiben und der Vorstand hat sie gegenzuzeichnen.  Auch hier empfehlen wir, den Betrag an die jeweilige Person auszubezahlen.
Wenn der Betrag zurückgespendet wird, dann kann der Vorstand eine Spendenquittung ausstellen. Für den Fall, dass kein Geld fließt, sondern eine Verrechnung vorgenommen wird, gelten die Ausführungen unter 2.

Wir bitten Sie, diese Formvorschriften genau zu befolgen, damit unnötige Steuerzahlungen, die nicht unerhebliche Ausmaße annehmen können, und für die Vorstände im Regelfall haften, vermieden werden.

Benötigen Sie Vertragsmuster für Übungsleiter oder Vordrucke für Kostenabrechnungen und Verzichtserklärungen oder haben Sie Fragen zu diesem Thema?

Kontaktieren Sie unseren Spezialisten Klaus Herzog!

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